Während man früher für den Einbau einer Innentür noch einen Schreiner brauchte, kann dies heute im Grunde jeder Heimwerker selbst erledigen. Wir zeigen Ihnen hier, wie eine Innentür richtig eingebaut wird und erklären Ihnen, was Sie dabei beachten müssen.

Die Bestandteile der Innentür

Eine Tür besteht aus verschiedenen Elementen, wobei die Zarge und das Türblatt die beiden wichtigsten Bestandteile darstellen. Die Türzarge ist der stabile Rahmen, der in die Wandöffnung eingesetzt ist. Für eine gute Beweglichkeit der Tür sorgen Bänder, die als Bindeglied zwischen Türblatt und Zarge fungieren. Die Bänder gibt es sowohl in zweiteiliger als auch in dreiteiliger Ausführung.

Damit die Innentür geöffnet und geschlossen werden kann, wird ein Drücker gebraucht. Türdrücker - die umgangssprachlich oft auch als Türklinken bezeichnet werden - sind in zahlreichen Designs und  Stilen erhältlich. Weitere wichtige Elemente einer Tür sind das Schließblech und das Schloss. Türschlösser werden dabei in drei verschiedene Varianten eingeteilt: WC Schloss, Buntbart-Schloss (BB) und Profilzylinder-Schloss (PZ).

Schlagrichtung festlegen beim Türeinbau

Ein äußerst wichtiger Faktor beim Einbau der Innentür ist der Anschlag, also die Öffnungsrichtung. Bei einem Rechtsanschlag sind die Türangeln bzw. die Türbänder immer rechts angebracht, bei einem Linksanschlag entsprechend auf der linken Seite. Beim Festlegen der Schlagrichtung wird immer von dem Raum ausgegangen, in den sich die Tür später öffnen lässt. Stehen Sie also vor der geschlossenen Tür und sehen, dass die sogenannten Bänder rechtsseitig angebracht sind, handelt es sich um eine Innentür DIN rechts - umgekehrt DIN links. Eine Tür sollte im Idealfall so eingebaut werden, dass die immer zur nächst gelegenen Zimmerecke geöffnet werden kann.

Innentür-Einbau: Türzarge zusammensetzen

Türzargen werden in der Regel samt Einbauanleitung geliefert. Gemäß dieser Anleitung muss zunächst die Zarge zusammengesetzt werden. Dabei sollten die einzelnen Elemente der Türzarge komplett auf einer großen, ebenen Arbeitsfläche in U-Form ausgelegt werden. Die Arbeitsfläche sollte immer mit einer Folie geschützt werden. Die Gehrungsschnitte, also Eckverbindung zwischen Decken- und Wandteilen können nun fest miteinander verbunden werden. Je nach Zargenmodell kommen dafür Klammern, Schrauben oder Leim zum Einsatz.

Türzarge einbauen und ausschäumen

Nach dem Zusammenbau kann die Zarge in den Mauerdurchbruch gestellt werden. Um sie präzise ausrichten zu können, fixieren Sie diese leicht mit einer Schraubzwinge an der oberen Ecke der Bänderseite. Nun wird als erstes die Bänderseite der Türzarge ins Lot gebracht. Dazu müssen Sie die Zarge mit einer Wasserwaage ausrichten und sie anschließend auch am unteren Ende mithilfe einer Schraubzwinge fixiert. Nun folgt eine Kontrolle der waagerechten Ausrichtung - gegebenenfalls ist hier eine Korrektur notwendig. Sie können Holzkeile zwischen den Türrahmen und den Boden legen, um die waagerechte Ausrichtung der Zarge zu ändern.

Danach müssen Sie die obere Lichte abmessen - der Abstand von Rahmen zu Rahmen. Die oben ermittelte Lichte wird ebenfalls am unteren Ende kontrolliert. Durch leichte Schläge mit der Handinnenseite wird nun die untere Innenlichte auf dem Maß der Oberlichte angepasst und mit einer Wasserwaage das Lot überprüft. Setzen Sie nun in der Mitte und in Bodennähe noch zwei Türspreizen ein. So verhindern Sie, dass beim Ausschäumen der Rahmen durch den Schaum nach innen gedrückt wird.

Mit einem Einkomponentenkleber kann die Zarge jetzt fachgerecht ausgeschäumt werden. Ziehen Sie dafür einzelne Stege mit einer Baumschaumpistole. Die Pistole wird dabei bis zum Anschlag der Zarge gesteckt und unter gleichzeitigem Ausschäumen gleich wieder herausgezogen. Erst nachdem der Schaum völlig ausgetrocknet ist, können die Reste am Türrahmen entfernt werden.  Bevor die Tür montiert werden kann, müssen noch die Bänder in den dafür vorgesehenen Bohrungen eingebracht werden. Anschließend können Sie das Türblatt einhängen.

Die neue Innentür ist eingebaut, sie liegt bündig am Türrahmen an und Sie haben wieder gute handwerkliche Fähigkeiten bewiesen. Das Ergebnis passt genau. Wer hätte gedacht, dass der Einbau einer Innentür doch so leicht sein kann!

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